V 2.0.0 © 1989 Dr. Claus Possberg
Meine USA-Reise machte ich im April/Mai 1989. Ich war mit meiner alten BMW R80 G/S (1000cc, noch vor dem HPN Umbau) mit der Wardair nach Vancouver (Kanada Westküste) geflogen. Die Abfertigung erfolgte in nur wenigen Minuten, eine halbe Stunde nach der Landung saß ich schon auf der eigenen Maschine! Nach dem Zollkrieg in verschiedenen anderen Ländern war das eine sehr angenehme Überraschung. Der Transport fürs Motorrad hat einfach genausoviel wie das Ticket für mich gekostet. Die Maschine wurde wie Übergepäck gehandhabt. Zu den Erlebnissen gibts sicher viel zu schreiben, das war sehr vielfältig. Ist lange her.
Die USA-Route ging direkt über die kanadische Grenze nach Süden mit vielen Umwegen und Abstechern durch die ganzen berühmten Nationalparks nach Kalifornien, über die mexikanische Grenze bei Tijuana auf die Baja California, von dort durch die Mojave Desert durch New Mexico nach Colorado bis nach Montana, von dort über die Grenze nach Kanada.
Die Route führte in Kanada über den Glacier NP in den Banff- und Jasper NP mit tollen Berglandschaften und Seen. Von dort Richtung Norden über den Alaska Highway nach Hyder in Alaska (Bear Glacier), wo ich tatsächlich einen wilden Bären auf dem Gletscher beobachten konnte. Auf der Straße, die damals weitgehend noch ungeteert und ziemlich matschig war, traf ich sogar noch weitere Bären. Zunächst hatte ich gehörigen Respekt, später bin ich sogar stehengeblieben, um zu fotografieren. Die Alaska-Ferry brachte mich wieder nach Süden, nach Vancouver Island, das landschaftlich sehr schön ist. Die Fähre war vorgebucht vom „Hells Angles Club of Canada“, etwa 200 Harleys samt vier riesigen Trucks, die etwa zwei Dutzend der auf ihrer nur gut 1000 km-Tour kaputtgegangenen Maschinen an Bord nahmen. Eine Ausfallquote von 10–20 % der Maschinen sei normal, erklärte mir ein Rechtsanwalt, Mitglied der Truppe. Das konnte ich mir auf meiner mehrfach so langen Tour nicht leisten! Sehr schön ist die Fjordlandschaft der „Inside Passage“, sogar Wale kann man hier beobachten. Viktoria, im Süden von Vancouver Island, ist eine ganz und gar britisch wirkende Stadt, britischer als im Mutterland, finde ich. Von dort ging es mit der Fähre nach USA (Port Angeles), und dort über den Olympic NP zum Mt. Rainier, einem weit über 4000 m hohen schnee- und eisbedeckten Vulkan. Von dort über die Grenze nach Vancouver, wo meine treue BMW in den Bauch des Jumbos verladen wurde, der mich wieder nach Frankfurt brachte. Die ganze Route von rund 21.000 km kann man auf
dieser Karte finden.
Die ganzen Dias habe ich 2019 nochmals selektiert und aufgearbeitet, was bei dem Alter des Materials und den völlig verschobenen Farben nicht ganz einfach war. Es bleiben 600 Bilder, die ich damals mit meiner Pentax Spiegelreflex und den Brennweiten 17 mm, 35 mm, 50 mm, 85 mm, 200 mm und dem 500 mm Tokina-Spiegel gemacht habe. Ohne Frage eine Menge schöner Motive. Es lohnt sich auf jeden Fall – ein Blick in die späten 80er Jahre, kein Vergleich mit den überfüllten Nationalparks und Städten heutzutage.
This USA trip took place in April/May 1989, on an old BMW R80 G/S (1,000 cc, before the HPN conversion), flown with Wardair to Vancouver on the Canadian west coast. Customs clearance took only a few minutes – half an hour after landing the bike was already rolling. The motorcycle was treated like oversized luggage and the transport cost exactly the same as the passenger ticket. Quite a contrast to the customs battles in various other countries.
The US route crossed directly south over the Canadian border, winding through all the famous national parks to California, then across the Mexican border at Tijuana onto the Baja California, through the Mojave Desert via New Mexico to Colorado and Montana, and back over the border into Canada. In Canada the route continued via Glacier NP to Banff and Jasper with their magnificent mountain scenery and lakes, then north along the Alaska Highway to Hyder, Alaska (Bear Glacier), where a wild bear was actually spotted on the glacier. The Alaska Ferry brought the journey back south to Vancouver Island. The ferry was pre-booked by the Hells Angels Club of Canada – around 200 Harleys, plus four large trucks to collect the roughly 10–20 % that broke down en route. Victoria on the southern tip of Vancouver Island is a thoroughly British city, more British than Britain itself. From there the ferry crossed to Port Angeles (USA), then via the Olympic NP to Mt. Rainier, a snow- and ice-covered volcano over 4,000 m high. The complete route of around 21,000 km can be found on this map.
The slides were re-selected and post-processed in 2019 – no easy task given the age of the material and heavily shifted colours. 600 photographs remain, taken with a Pentax SLR using focal lengths of 17 mm, 35 mm, 50 mm, 85 mm, 200 mm and a 500 mm Tokina mirror lens. A look back into the late 1980s – no comparison with the overcrowded national parks and cities of today.
600 Fotos – Scans von Kleinbild-Dias. Klicken Sie auf ein Foto um das Vollbild zu öffnen – mit den Pfeilen oder Pfeiltasten weiterblättern, ESC zum Schließen.
600 photographs – scans of 35 mm slides. Click any image to open full-size – navigate with arrows or keyboard, ESC to close.