Rub al-Chali 2016
Mit Schlafsack und selbstentwickeltem Kopter durch die weltgrößte Sandwüste
Die Rub al-Chali الربع الخالي ist die größte Sandwüste der Erde und bedeckt den größten Teil des Südens der Halbinsel Saudi-Arabiens. Mit meinem Fotofreund Frank waren wir hier eineinhalb Wochen unterwegs. Im Januar ist es da sehr angenehm, nachts 5-10 Grad, tags kaum über 25 Grad. Im Gegensatz zur Sahara ist kein Frost zu erwarten. Wir sind täglich in den zwei Stunden um Sonnenauf- und Untergang auf Fotojagd gewesen, ausserdem sind fast alle meiner Kopter-Luftbilder um diese Uhrzeiten entstanden. Wetter war erwartungsgemäß durchgehend perfekt, nur drei Tage ein wenig dunstig. Das Auto hatten wir über eine Agentur gemietet, ein ordentlich erhaltener Toyota Landcruiser mit Sandblechen, die auch gebraucht wurden. Geschlafen wurde im Schlafsack, Frank hatte auch noch ein Zelt dabei, das für mich überflüssig war - ein schöner Sternenhimmel war mir lieber.
Auf der Reise hatte ich zwei faltbare, besonders langfliegende (gut eine Stunde mit hochwertiger Kamera), selbstentwickelte und selbstgebaute Multikopter dabei. Zusammengeklappt passt so ein Kopter in eine simple 70cm Stativtasche von Cullmann - das Gewicht beträgt nur etwa 700g plus 1050g für den Akku. Einer meiner Kopter hatte wohl ein Softwareproblem in der Ardupilot-Steuerung (APM) und kam beim vierten Flug aus einigen Metern Höhe plötzlich runter. Diese Steuerung ist open-source, ich werde sie nicht mehr einsetzen für Nutzlasten. Der andere Kopter flog mit einer kommerziellen DJI NAZA Flugsteuerung völlig problemlos, auch in großer Höhe mit reichlich Wind bis an die Grenze der Funkverbindung. Wer sich für die technischen Details dieser ungewöhnlichen Konstruktion und deren kontinuierliche Weiterentwicklung interessiert, findet im Kopterforum meinen Thread, der inzwischen der mit weitem Abstand Meistbesuchteste dort ist. Kopterfotografie finde ich hochgradig faszinierend. Leider ist das Thema bei uns in Deutschland dank ausgiebigen Presse-Bashing absolut negativ belegt - ganz anders als in den meisten Ländern. In der Wüste stört es niemanden und kann natürlich auch niemanden gefährden - so wie es bei Beachtung der selbstverständlichen Vorsichtsmaßnahmen bei uns daheim auch ist. Geflogen wurde die alte Sony A7R mit 36 Megapixel und die leichtere Sony A5100 mit 24 Megapixeln, beide mit hochwertigen, leichten Weitwinkel-Festbrennweiten. Ein Videofeed liefert das Kamerabild auf einen kleinen Monitor und alternativ auf meine Videobrille. Die Kameras lassen sich in der Luft ferngesteuert ausrichten und auslösen. Die beiden Flugakkus wurden wechselweise am Auto-Bordnetz wieder aufgeladen.
Als normale "terrestrische" Kamera hatte ich noch meine Sony A7R II dabei, die den genialsten Sensor hat, den ich je benutzt habe. Trotz der hohen Auflösung nur sehr geringes Rauschen und extremer Dynamikbereich vor allem auch in den dunkelen Bildpartieen. Die RAWs sind ideal für die Nachbereitung. Dazu als Optiken 12mm f/5.6 Voigtländer, das 20mm f/1.4 Sigma für die Nachtfotografie via Adapter, das Zeiss Batis 25mm f/2, das Zeiss FE 55mm f/1.8, das Zeiss Batis 85mm f/1.8 sowie das Sony FE70-200mm f/4. Das leichte Sony FE35mm f/2.8 wurde fast nur für Luftaufnahmen verwendet im Wechsel mit dem noch leichteren Sony E20mm f/2.8 an der A5100. In der c't Fotografie 6/2016, die Ende Oktober 2016 erscheint und auch als PDF zu kaufen ist, habe ich einen langen Artikel zum Thema Fototechnik publiziert. Die Fotos wurden, wie üblich, in Adobe Lightroom entwickelt - in der derzeit aktuellen Version 6.6.1.
Ich habe 4759 Fotos mitgebracht und davon 216 ausgewählt, die im Anschluß auf 9 Seiten zu sehen sind. Durch Anklicken der Vorschau kommt man zu den ganzseitigen Fotos (1080 Pixel breit), von hier kann man auch mit den Pfeilen weiterblättern. Es lohnt sich, denn die spektakulärsten, regelrecht extraterrestrisch wirkenden Luftaufnahmen kommen erst weiter hinten!
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