Possi's Kanada-Reise 1989

V 1.1.0 vom 07.10.96, letzter Update 07.09.04 ©1996


Die Kanadareise erfolge im Anschluß an meine USA/Mexikoreise im Juli 89. Wir waren mit meiner alten BMW R80 G/S (1000cc) mit der Wardair nach Vancouver (Kanada Wesküste) geflogen. Die Abfertigung erfolgte in nur wenigen Minuten, eine halbe Stunde nach der Landung saßen wir schon auf der eigenen Maschine! Nach dem Zollkrieg in verschiedenen anderen Ländern war das eine sehr angenehme Überraschung. Der Transport fürs Motorrad hat einfach genausoviel wie das Ticket für meine Freundin oder mich gekostet. Die Maschine wurde wie Übergepäck gehandhabt.
Die Route führte über den Glacier NP in den Banff- und Jaspar NP mit tollen Berglandschaften und Seen. Von dort Richtung Norden über den Alaska Highway nach Hyder in Alaska (bear glacier), wo wir tatsächlich einen wilden Bären auf dem Gletscher beobachtet haben. Auf der Strasse, die damals teilweise noch ungeteert und ziemlich matschig war, trafen wir sogar noch weitere Bären. Zunächst hatte ich gehörigen Respekt, später bin ich sogar stehengeblieben, um zu fotografieren. Die Alaska-Ferry brachte uns wieder nach Süden, nach Vancouver Island, die landschaftlich sehr schön ist. Die Fähre war vorgebucht vom "Hells Angles Club of Canada", etwa 200 Harleys samt vier riesigen Trucks, die etwa zwei Dutzend der auf dieser nur gut 1000 km-Tour kaputtgegengenen Maschinen an Bord nahmen. Eine Ausfallquote von 10-20% der Maschinen sei normal, erklärte mir ein Rechtsanwalt, Mitglied der Truppe. Das konnte ich mir auf meiner mehrfach solangen Tour nicht leisten! Es ging ganz schön wild zu auf der Fähre. Einmal im Jahr geht deren Fahrt von Vancouver nach Hyder, ein Haltepunkt der Alaskaferry, die dann wieder nach Süden fährt. Sehr schön ist die Fjordlandschaft dieser "inside-passage", sogar Wale kann man hier beobachten. Viktoria, im Süden von Vancouver Island, ist eine ganz und gar britisch wirkende Stadt, britischer als im Mutterland, finde ich. Von dort ging es mit der Fähre nach USA (Port Angeles), und dort über den Olympic NP zum Mt. Rainer, einem weit über 4000 m hohen schnee- und eisbeckten Vulkan. Von dort über die Grenze nach Vancouver, wo unser Motorrad in den Bauch des Jumbo verladen wird, der uns wieder nach Frankfurt bringt.

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Hier noch ein paar Fotos:

Landschaftlich herrliche Fahrt durch menschenleere Täler im Banff Nationalpark.


Sehr wildreich ist diese Gegend. Zum Beispiel Waipiti-Hirsche oder die riesigen kanadischen Elche, im Bachbett hier allerdings nur ein Weibchen. Eines der Männchen, ein Tier mit einem riesigen Geweih, fast so groß wie ein Pferd, ärgerte sich so über meine Fotografiererei, daß es mich vor Wut mit gesenktem Geweih umrannte. Gottseidank ist außer ein paar blauen Flecken nix passiert.


Die Kornspeicher in Südkanada haben eine witzige Form und sind bunt angemalt. Warum? Weiß ich auch nicht.


Das Flußtal im Jasper Nationalpark. Seltener besucht als der Banff, und noch ursprünglicher.


Nette Herberge in Nordkanada. Einfach, sauber und preiswert. Die Essensportionen waren riesig!


Nach Regenfällen war der "Highway" lehmig-glitschig. Gut daß er keine Kurven hat. Wer bremsen will, sollte sich das rechtzeitig überlegen!


Der Gletscher kurz vor Hyder. Man konnte kalbendes Eis beobachten. Stundenlang kam kein Auto entgegen.


Blick in die Fjordlandschaft an der Grenze zu Alaska.


Der Bear-Glacier (er heißt wirklich so!) stilecht mit Braunbär. Diese Aufnahme ist mit meinem 500mm Spiegeltelobjektiv entstanden, ein nachgeschalteter 2x Konverter verlängert die wirksame Brennweite auf 1000mm. Normalerweise nehme ich ja so extreme Brennweiten gar nicht mit, aber bei Tierfotos sind sie oft sehr nützlich.


Wir hatten echt Bedenken, auf der vom Hells Angles Club ausgebuchten Fähre keinen Platz mehr zu kriegen. Alles voller Harleys!


Die Alaska-Ferry am Pier in Vancouver Island. Wir fuhren noch ein paar Kilometer, weil die Harley-Piloten (Weicheier?) dort alle Hotels vorgebucht hatten. So zogen wir unser Zelt vor.


Zauberhafte Campingmöglichkeiten bietet der Urwald rund um den Mt. Rainier. Die Bäume sind riesig, unter dem Dach der Baumkronen sind Freiräume wie in einer großen Kathedrale. Und der Duft: Moos, Farn, Wald ... herrlich!


Vancouver (hier Blick auf die Skyline) ist die nach meiner Meinung schönste Stadt der Westküste, eine herrliche Lage an einem Meeresarmsystem und seine großen historischen Parks mit zahlreichen alten Bäumen sowie eine gepflegte Architektur machen es besuchenswert.


Die Wardair hat unser Motorrad so preiswert und problemlos transportiert. Damals hatten sie noch keine Frachtlizenz, waren also darauf angewiesen, Passagiere mit viel Übergepäck zu finden, um ihre kombinierten Personen-Fracht-Jumbos auszulasten.


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