Possi's GPS-Navigations-Seite

V 1.5.7 vom 27.02.96, letzter Update (nur Links) 21.12.05 ©1996



Satellitennavigation, warum?

Eines meiner Lieblingsspielzeuge ist ein kleines Handheld-GPS-Gerät. Damit kann man eine Menge toller Sachen machen. Natürlich zeigt es die aktuelle Position an, dazu Fahrtrichtung, Geschwindigkeit, Atomzeit, eine Minikarte mit Bezugspunkten und Entfernungen dazu, aber auch so witzige Sachen wie Sonnenauf- und Untergangszeit u.v.a.m. Die kleinsten derzeit erhältlichen Geräte sind die Garmin Handhelds. Ein Garmin GPS40 habe ich Ende 1994 beim Därr in München für fast 1000 Mark gekauft, die derzeitigen Preise liegen natürlich viel niedriger. Im März 96 kam dann der Garmin GPS38, ein GPS40 ohne Antennensteckdose, dafür mehr Routenspeicher, Kompass-Seite, Echtwegstrecke u.a. Im Januar 97 kam der Garmin II auf den Markt, er bietet wahlweise horizontalen und vertikalen Betrieb, die Klappantenne halte ich am Motorrad allerdings für problematisch. Wegen Wasserundichtigkeit hatte ich damals bereits zwei kleine Garmins verloren, die jeweils wieder auf Garantie ersetzt wurden. Die Symtome sind immer gleich, beschlagenes Display, evtl. Ausfall von Pixelzeilen, der Empfang selbst funktionierte noch. Der harte Einsatz am Motorrad über tausende Kilometer bei Vibrationen und scharfen Schlagregen fordert seinen Tribut - eigentlich sollte es ja nicht sein. Als technologischen Durchbruch schaffte es Garmin als erster Hersteller, seine kleinen Handhelds mit einem 12-Kanal-Paralellempfänger auszustatten. Statt seinen Empfänger von Satellit zu Satellit ständig umzuschalten, werden mit dem Parallelempfänger jetzt bis zu 12 Satelliten gleichzeitig verfolgt. Das bringt drastisch höhere Geschwindigkeit beim Position-Finden, aber auch höhere Päzision beim Tracking und bei der Standortberechnung - so weit die Verschleierung des amerikanischen Verteidigungsministeriums (sog. SA) das zuläßt. Für mich habe ich gleich mit der Ankündigung dieser neuen Technik einen GPS 12XL bestellt, der dann nach einigen Wochen Produktionsverzögerung auch aus USA eintraf. Er hat die gleiche Bauform wie der GPS38/40 mit seinem 8-Kanal-Multiplex-Receiver, aber eben einen echten(!) 12-Kanal-Parallel-Receiver und mehr Speicherplatz (512 Waypoints, 1024 Trackpoints). Sehr schnell ist der Empfänger mit dieser Paralell-Empfangstechnik und auch unter lichtem Laub funktionsfähig. Ich selbst bin auch zufrieden mit den Eigenschaften des Empfangssystems und der Software. Trotz aller Beteuerungen von Garmin, die Wasserdichtigkeit verbessert zu haben, habe ich allerdings bereits auch an meinem GPS12XL einmal ein beschlagenes Display gehabt, wie das wohl weitergeht? Jedenfalls habe ich das Gerät am 03.11.97 nach England zu Garmin Europe geschickt, um um Garantie nachzusuchen. Was Garantie angeht, ist Garmin recht kulant, innerhalb von nur 6 Tagen nach Einsendung meines GPS12XL nach England habe ich einen nagelneuen GPS12XL mit aktueller Software erhalten. Entfallen war beim GPS12XL und den anderen neueren Garmins auch endlich das das blöde Software Speedlimit von 90 Knoten (das sind etwa 167 km/h), das alle Vorgängermodelle noch hatten. Beim Überschreiten dieser Geschwindigkeit wurde einfach überhaupt nix mehr angezeigt. Als nächsten technologischen Sprung ist mit verbesserten Displays (höhere Pixeldichte) und eingebauter moving-map-Software zu rechnen. Ein einfaches Modell in diese Richtung ist der - nach meiner Meinung noch zu teure - Garmin GPS III. Die Genauigkeit bei der GPS-Positionsbestimmung hat seine Grenzen, sie beträgt etwa 15 Meter, wobei die künstliche Verschleierung des Signals (durch das amerikanische Verteidigungsministerium), auch als SA (Selective Availiability) bezeichnet, eine ständige langsame Bewegung ausgelesenen Position um die tatsächliche Position bewirkt. Ich habe das mal getestet und und das graphische Ergebnis meines Experiments hier zugäglich gemacht. Dieses enthält über 100.000 sekündliche Messungen in einem kontinuierlichem Zeitraum von mehreren Tagen. Die Messung erfolgte mit meinem Powerbook-Laptop und mit dem Programm GPSpro von Larry (die Lightversion in diesem Verzeichnis - nur für Macintosh Rechner). Man erkennt, dass in unseren Breiten der Ungenauigkeits-Footprint einer schräg stehenden Ellipse entspricht, die einen Durchmesser von über 300 Metern aufweist. Mit Abweichungen von bis zu 150 m ist also - wenn auch selten - durchaus zu rechnen, die aus geometrischen Gründen doppelt so ungenaue Höhe (im Vergleich zur X- und Y-Achse) kann also bis zu 300 m abweichen. Schade eigentlich, gerade die Höhe ist immer ein sehr interessanter Wert. Die durch die SA hervorgerufene Verschiebung gegenüber der wahren Position ändert sich also nach einigen Minuten im Bereich von bis zu 300 Meter, dagegen ist die Wiederholgenauigkeit nach wenigen Sekunden viel höher (3-5 Meter nach meiner Beobachtung). Die Geschwindigkeit des Wanderns des gemessenen Standortes erreichte Werte bis 6 km/h, meist war der Wert aber unter 1 km/h, der Mittelwert lag bei ca. 1 km/h.

GPS 40
Das war mein Erster vor 3 Jahren:
Garmin's GPS40 für damals einen glatten Tausender.
GPS 38
Das war der Zweite, nachdem der Erste abgesoffen war nach einer harten Regenfahrt und die Garantie abgelaufen war. Auch dieser GPS38 verstarb an Feuchtigkeitsproblemen, wurde diesmal aber auf Garantie ersetzt (die Garmins sind wasserdicht, 30 Minuten in 1 Meter Tiefe, sagt der Hersteller!)

Aktuelle GPS Geräte

Immer wieder gefragt, hier eine aktuelle Zusammenstellung (Stand Oktober 97):

Bisher konnte ich folgende Geräte selbst testen oder besitzen: Sony Pyxis, alter Panasonic Handheld, Garmin GPS38, GPS40, GPS45, GPS75, GPS12XL (mein Neuer!). Der Garmin GPS12XL steckt die alten 8-Kanal-Multiplex-Receiver seitens des Empfangs locker in die Tasche. Der Neue funktioniert teilweise sogar in der Garage (offenes Tor) weiter, in engen Häuserschluchten oder unter dem Tankstellendach!! Dem GPS12XL wurde der GPS II Plus zur Seite gestellt (Mai 97), dieser weist die Bauform des GPS II und einige Software-Spielereien (z.B. wählbare Icons) auf, dazu auch die gleiche geniale 12-Kanal Empfangsmaschine wie der GPS12XL. Das Teil kostet etwa 250 US$. Wegen der fragilen Klappantenne ist das Ding sicher nicht so robust wie der GPS12XL, den ich daher vorziehe. Nicht schlecht scheint der zwischenzeitlich (Juni 97) erschienene GPS12 zu sein, der sich von der XL-Variante nur durch das Fehlen der Antennenbuchse und des eingebauten Spannungsreglers unterscheidet. Er ist rund ein Viertel billiger und sicher ein guter Deal. Ganz neu auf den Markt ist im im Herbst 97 der GPS III, der einem GPS II plus von der Bauform her ähnelt, aber zusätzlich ein riesiges ROM mit integrierter moving-map-Software bietet. Er wird in 3 Versionen ausgeliefert, nämlich mit Nord-/Mittel-/Südamerika oder Europa/Afrika/Asien/Australien-Kartendaten oder als Piloten-Modell mit weltweiten Daten der Flugplätze. Der Preis soll bei etwas über 1000 Mark (unter 400 Dollar in USA) in Deutschland liegen, naja, ziemlich teuer. Die Karten sind natürlich recht grob, soviel Speicher kann das Ding ja nicht haben (angeblich 4 Mbyte ROM). Ein Fortschritt ist das feinere Graustufen LCD-Display (100x160 Pixel), und auch die daran angepasste Software ist verbessert, insbesondere in der Darstellung. Nachteil wiederum der höhere Stromverbauch, die Batterien leeren sich mehr als doppelt so schnell wie im GPSII+ oder in den neueren GPS12XL, wo sie über 20 Stunden halten. Hoffentlich ist auch eine vertikale Variante dieses Geräts (wie z.B. der GPS12XL) geplant, diese Bauform ist mir eigentlich lieber.

Beschaffung und Kosten:

Das Gerät GPS 12XL ist Ende Februar 97 erschienen, Därr (München, Theresienstr. 66) hatte ein paar bekommen als Generalimporteur für Deutschland, die waren aber sofort ausverkauft, Preis damals 699 Mark (ist inzwischen hier geringfügig billiger geworden). Daher habe ich in USA bestellt, und zwar bei Larry in Boulder/USA. Dort waren die Geräte im März 97 auch extrem knapp, aber er hat mir eines der Ersten mit der damals neuesten Softwareversion 2.0.1 geschickt. Kosten: US$249 plus US$53 für beschleunigten UPS-Versand (4 Tage Laufzeit, Tracking am UPS-Server jederzeit möglich, ich habe jeden Tag gespannt nachgeschaut, wo meine Sendung gerade ist - der Versender muss Dir die UPS-Nummer angeben, bei mir 45023523596) plus DM 19.61 Zoll (als "elektronischer Kompass" deklariert, erledigt UPS) plus DM 87.51 Einfuhrumsatzsteuer (einschliesslich der mitbestellten Halterung). Ich kann meinen Händler in Boulder nur empfehlen, er antwortet auch auf seine Emails - bestellt einen Gruß von mir (er weiß natürlich vom Link auf meiner GPS-Seite). Wie ich kürzlich erfahren habe, sendet er aber leider keine Geräte mehr ins Ausland an Neukunden, er habe schlechte Erfahrungen mit dem Bezahlt-werden gemacht. Lesenswert ist die GPS 12XL-FAQ von Joe Mehaffey und Jack Yeazel, die Garmin-Gurus. Ein absolutes Muß ist die GPS12XL-Seite von Affentwinfahrer Thomas - eine sehr kompetente Zusammenstellung von Tricks, Technikerberichten und Mails aus dem englischsprachigem Satellitenecho sci.geo.satellite-nav.


Hier sieht man meinen GPSIII mit einem selbstgebogenem Nirosta-Halter montiert an meiner HPN.


So sieht der aktuell montierte Garmin Colorstreetmap mit einem selbstgebogenem Nirosta-Halter montiert an meiner HPN aus.

Montage am Motorrad:

Tip: Es kann evtl ein originaler Autohalter der Handgeräte verwendet werden verwendet werden. Er wird modifiziert und über zwei Stück 5-er weiche Schwingmetall (das sind zwei kurze Gewindestangen, über Gummi verbunden, gibts im Metallfachhandel oder als BMW-Ersatzteil, Halter Diodenplatte beim Boxer) durch 2 kleine Rohrschellen mit dem Lenker verbunden. Diese "labberige" Halterung garantiert das Überleben des Geräts auf Rüttelstrecken! Die Stromversorgung erfolgt, um die Batterien zu schonen, über das Bordnetz. Der Streetpilot ist allerdings so groß, dass ein selbstgebogener Nirostblechhalter nötig ist. Von Touratech gibts auch passende, allerdings ziemlich komplizierte und teure Halter, die nicht so gut aussehen, ausserdem habe ich die Antenne unters Plastikcockpit verlegt, um Klau oder Abvibrieren zu verhindern.


Achtung: Dein GPS zeigt Dir genau an, wo Du stirbst!
Daher immer  Karte und Kompass mitführen. Abgelegene Strecken nie  alleine machen!


GPS-Software

Es gibt für den Macintosh von Larry ein wundervolles Freewareprogramm namens "larrys-mac-gps" (Download). Damit kann man per seriellem Kabel die ganzen Positionsdaten (768 Positionen speichert der GPS40, 1024 der neue GPS12XL) in den Rechner rüberholen und weiter verarbeiten, z.B. in einer Tabellenkalkulation. Das Programm ist auch in einer Pro-Version zu haben (20 US$ per Kreditkarte, Email an den Author Larry James), damit ist es möglich, jede eingescannte Landkarte der aufgezeichneten Route zu hinterlegen. Auf der Libyen-Seite findet Ihr einen Link auf so eine Karte.


Coole GPS-Links - Update 19.06.01:


Stefan Adam FunSport & GPS

Die neuesten Geräte auf Lager, Motorradhalterungen, Software

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Sehr hilfsbereiter und kompetenter Betrieb mit tollen Ideen für den Motorradfahrer - Gunnar macht auch Sonderanfertigungen.


Das GPS-System

besteht aus 24 Satelliten auf einem mittlerem Orbit (etwa halb so hoch wie die geostationären Satelliten). Daher ändert sich die Stellung der Satelliten am Himmel ständig. Der GPS-Empfänger berechnet aufgrund des von den Satelliten ausgestrahlten hochpräzisen Zeitsignals die Stellung der Satelliten im Raum (sog. Satelliten-Almanach). Ein moderner GPS-Empfänger kann diese aktuelle Satelliten-Stellung übrigens auch anzeigen!

vielfach

Einer der 24 aktiven GPS-Satelliten:

Der GPS45 mit externer Antenne
(für Biker ist der GPS38/40 besser):

Und so sieht das Teil von innen aus:

Hier sieht man die Orbits:

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